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Brieselang, 05.06.06 (eigener Bericht von H.-G. Beckert, Fotos: Thomas
Gitzel)
An der Saale hellem Strande....! 1. Juni 2006
In diesem Jahr hatte der Brieselanger Kulturverein "Frische Briese"
e.V. zur Erkundung von Kulturstätten an die Saale eingeladen.
Am 24. Mai um 8 Uhr war Treffpunkt bei "Hiller´s Bustouristik".
Mit dem "PETER", der in einem hellen Gelb leuchtete, sollten
wir zu unserem Reiseziel gebracht werden. Wie immer mit unseren "Drahteseln".
Als alle Räder im Anhänger untergebracht waren, wurde noch einmal
durchgezählt, ob auch Keiner fehlt.
Alle 16 waren da und die Freude war jedem anzusehen.
Das Schönste aber war, dass jeder einen Fensterplatz hatte. Der Busfahrer
strahlte so eine Ruhe aus, die sich auf uns übertrug. Wenn es etwas
zu erklären gab, so übernahm dies der Fahrer. Dann, als wir
in Thüringen waren, war es Richard Heynisch, der sein historisches
und sein Wissen aus der jüngeren Vergangenheit recht anschaulich
an den Mann (und an die Frau) brachte.
Von Saalfeld nach Rudolstadt
Erstes "Etappenziel" war Saalfeld. Der Wettergott meinte es
gut mit uns, denn trotz niedriger Temperaturen schien doch ab und zu die
Sonne und es regnete nicht. Der Busfahrer brachte uns direkt bis zum Parkplatz
der berühmten "Feengrotten".
Wer dieses ehemalige Bergwerk mit seinen wunderschönen, in allen
Farben leuchtenden und glitzernden Grotten und Gängen noch nicht
gesehen hat, sollte dies bald nachholen.
Dann wurde die erste Kurzetappe per Rad bewältigt. Nach ca. 10 km
erreichten wir Rudolstadt am Fuße der Heidecksburg. Unsere Herberge
lag fast direkt am Aufstieg zur Burg. Nachdem wir uns gestärkt hatten
- die frische Luft und das Radeln machen hungrig - ging es hinauf auf
die Burg. Der Tag ging zur Neige und wir besichtigten die ehrwürdigen
Bauten. Trepp auf und Trepp ab wollten wir dann zur "Zunftschänke",
um den Tag bei einem Bierchen ausklingen zu lassen. Zum Erstaunen Aller
waren sämtliche schmiedeeisernen Tore verschlossen. Sollten wir auf
der Burg übernachten müssen?
Zum Glück war an der Burgmauer eine Gaststätte. Von dort aus
(durch das WC), wurden wir auf den Heimweg geführt. In dieser Nacht
hat ein jeder von uns tief und fest geschlafen.

Das Tor ist zu!
Rudolstadt
Am nächsten Tag sollte jeder tun und lassen was ihm beliebt. Die
meisten wollten noch mal auf die Burg um sie näher zu inspizieren.
Ich machte mich mit Claudia auf den Weg in´s "Saalemaxx"-Spaßbad.
Sauna, Wellness, Schwimmen - alles war dort, um sich zu erholen und so
auf die kommenden Etappen vorzubereiten. Fast alle anderen schauten sich
nach dem Burgbesuch das älteste Freilichtmuseum Deutschlands mit
den Bauernhäusern an. Anschließend ging es ins Kino, um sich
den Film "Sakrileg" anzuschauen.
Ich war auch noch mal auf der Burg, aber ich bin hoch gejoggt. Das uns
nach diesem schönen Tag das Einschlafen leicht fiel, ist verständlich.
Aufbruch in Rudolstadt
Von Rudolstadt nach Jena
Nach einem reichlichen Frühstück, fuhren wir frohen Mutes in
Richtung Jena. Es wurde vorab gesagt, dass auf diesem Abschnitt doch einige
harte Steigungen zu erwarten seien. Ja und mit voller "Ladung",
d.h. mit schweren Taschen, hieß es kräftig in die Pedalen treten,
so dass die Kette und die Ritzel knackten. Wurde es zu steil, dann musste
eben geschoben werden. Zum Glück geht es nicht nur bergauf, sondern
auch bergab.
In Kahla wollten wir das Porzellanmuseum besuchen, aber vergeblich. Kaufen
hätten wir können, aber wir waren ja an der Historie interessiert.
Schade!!! Auf dem Markt in Kahla wurde gegessen und sich erholt. Ich bin,
endlich ohne Gepäck, auf die "Leuchtenburg" gefahren, auf
der das 1000-jährige Bestehen gefeiert wurde. Eine wunderschöne
Aussicht entlohnte mich für die Strapazen.
Nun war es nicht mehr weit bis Jena.

Auf einer historischen Hängebrücke über die Saale
Über Rothenburg und Göschwitz - da aber leider schon im Regen
- ging es weiter, bis wir rechterhand die Neubausiedlung Jena-Lobeda sahen.
Aber auch hier in Jena war der Weg zur Herberge ein steiler, so dass wir
doch geschafft waren. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus, wie alle,
ob Männlein oder Weiblein, diese Strapazen weggesteckt haben. Nun
ist uns auch klar,warum die JugendherBERGgen gerade diesen Namen haben:
weil sie (wie unsere drei) hoch oben auf dem Berg liegen. Spaß muß
sein.
Hier in dieser Herberge war es nicht besonders gemütlich, deshalb
erwähne ich nur, dass wir voller Schrecken, nach dem abendlichen
Wetterbericht (Regen, Regen und Sturm), in die Betten gingen.

Kleine Unterhaltung am Wegesrand mit Wanderern
Jena
Unser Richard führte uns am nächsten Tag bei herrlichem Sonnenschein
in die Altstadt von Jena. Hier besuchten wir den botanischen Garten, das
Zeiss-Planetarium und sahen das Carl-Zeiss-Werk, leider nicht von drinnen.
Die Kirche "Sankt Michael" wurde gerade saniert. Warum Jena
keinen so großen historischen Altstadt-Kern hat, wie z.B. Stralsund,
hat damit zu tun, dass im Krieg (bei dem die Zeiss-Werke bombardiert werden
sollten), der größte Teil der tödlichen Last in die Altstadt
ging.
Abends war Party angesagt und dann ging´s ab in die Falle.
Von Jena nach Naumburg
Die nächste Etappe über Löbstedt, vorbei an den Dornburger
Schlössern durch Bad Kösen bis Naumburg sollte noch einmal unsere
ganze Kraft fordern.
Heute wehte es besonders stark. Unser Weg führte fast immer an der
Saale entlang, deren Wasserqualität enorm verbessert wurde, so dass
man nun doch ohne Bedenken darin baden kann. Von oben auf den Dornburger
Schlössern war eine wunderschöne Aussicht auf die sich an kleinen
Dörfern vorbei schlängelnde Saale. Nur unterbrochen von ein
paar Wehren, an dem der Fluß dann mit lautem Getöse seinen
Weg suchte. Bad Kösen war erreicht und wir machten an einem großen
Wehr Rast. Eisbecher, Cappuccino und wunderbar schmeckender Mohnkuchen,
trugen dazu bei, unsere Kräfte zu mobilisieren. Bad Kösen ist
bekannt durch seine Solebäder und das Gradierwerk, das wir natürlich
auch besichtigten.

Ein Wehr in Bad Kösen
Nun war es nicht mehr weit bis Naumburg. Ortsunkundig wie wir waren fragten
wir zwei Radlerinnen nach dem Weg zur Herberge. Da haben uns diese beiden
netten Damen fast bis zum Ziel geführt, obwohl sie in eine ganz andere
Richtung mussten.
Schade, dass ich nicht nach ihrem Namen gefragt habe. Auch hier war der
Weg ein wirklich steiler und langer bis nach oben.
Naumburg
Aber es hatte sich gelohnt, denn hier war alles vom Feinsten. Hier fühlten
wir uns zu Hause. Hier hatten wir Fleisch zum Grillen bestellt und Getränke
waren auch in nötiger Menge geordert. Nachdem es draußen zu
frisch wurde, setzten wir uns in den Partyraum und alte Erinnerungen an
Reisen an die Ostsee (Rügen, Usedom und Darß) wurden aufgefrischt
und trugen dazu bei, dass viel gelacht wurde.
Wir waren alle der Meinung, dass diese Tradition fortgesetzt werden soll
und der Thomas wird sich gewiß wieder ein Ziel für das nächste
Jahr einfallen lassen.

Die ganze Gruppe am Naumburger Dom
Am nächsten Morgen regnete es in Strömen, aber nur bis zu unserer
Abfahrt. Hier in Naumburg sahen wir noch den berühmten Dom, doch
die Zeit wurde knapp, denn die Bahn konnte leider nicht alle unsere Räder
auf einmal mitnehmen, so daß wir in zwei Gruppen die Heimreise antreten
mußten.
Noch einmal vielen Dank an Hiller`s Bustouristik und an die Organisatoren
Richard Heynisch und Thomas Gitzel.
Hans-Georg Beckert
Das Foto, auf dem wir alle zu sehen sind, hat ein Besucher des Naumburger
Doms für uns gemacht.
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